Sacha Beuth
Hätte mir jemand, als ich noch Sekschüler war, gesagt, ich würde eines Tages eine Lanze fürs Französisch brechen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Inzwischen aber mag ich die Sprache, vor allem, weil ich beruflich und in den Ferien nicht umhin kam, sie anzuwenden. Und genau hier liegt der Hund begraben, der kürzlich mit dem bedenklichen Resultat einer kantonalen Vergleichsstudie zu Tage kam und offenbarte, dass trotz Frühfranzösisch nur rund die Hälfte der deutschsprachigen Neuntklässler die Minimalziele im Fach Französisch erreichten.
Es gibt ohne Frage Argumente, Kinder möglichst früh an eine andere Sprache heranzuführen. Nachhaltiger und effizienter ist es jedoch, dass sie das Gelernte zeitnah in der Praxis umsetzen müssen. Also statt Frühfranzösisch besser den interregionalen Austausch verbessern. Alle(!) Schüler aus der Deutschschweiz müssten – wenn möglich einzeln – für eine gewisse Zeit eine Klasse in der Romandie besuchen und umgekehrt. Natürlich würde dies einige Kosten und logistische Herausforderungen (etwa bei der Unterbringung) mit sich bringen. Doch dafür würden sich die Franz-Fähigkeiten massiv verbessern. Fragen Sie mal Personen, die sich ein paar Monate und mehr in französischsprachigen Regionen allein beweisen mussten.
Sacha Beuth, Redaktor
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David Schenk am 29.05.2025 10:03:35 Beitrag melden
Chapeau für den Klartext
Guter Französischunterricht, kombiniert mit einem Austausch in der Romandie, das tönt vielversprechend. Kinder und Jugendliche ohne Vorkenntnisse in eine andere Sprachregion zu schicken, scheint allerdings unrealistisch. Der Unterricht ist deshalb zu verbessern, genügend Lektionen auf allen Stufen sind nötig. Französisch ist anstrengend, aber es gehört zur Schweiz: Bonjour Ticino!
David Schenk antworten