Sacha Beuth
Exorbitante Mieten für Wohnungen in der Stadt Zürich sind leider inzwischen schon fast usus. Insbesondere für jene, die über den sogenannten freien Markt erhältlich sind. Umso wichtiger sind Anbieter mit einer sozialen Verantwortung. Dazu sollte auch die reformierte Kirche Zürichs zählen, deren 300 städtische Wohnungen laut eigenen Aussagen «zu einer sozial gemischten Bewohnerschaft beitragen» sollen und die 2023 versprochen hatte, Wohnungen in einem Neubau in Hottingen im «mittleren Preissegment» anzubieten. Davon ist nun offenbar keine Rede mehr. Wie diverse Medien berichten, muss für eine 2,5-Zimmer-Wohnung bis zu 2650 Franken und für eine 4,5-Zimmer-Wohnung bis zu 4700 Franken pro Monat hingeblättert werden (siehe Seite 9). Die Wohnungen zählen damit zu den teuersten 10 Prozent im Quartier. Hanglage und klimafreundliche Bauweise hin oder her – das ist einer Institution, die sich auch (oder gerade) den Schwächeren verschrieben hat, unwürdig. Und sicher nicht der richtige Weg, um die finanziellen Ausfälle durch die die Kirche verlassenden Schäfchen auszugleichen. Die reformierte Kirche braucht darum bei ihrer Mietpolitik eine Reform.
Sacha Beuth, Redaktor