Sacha Beuth
Ohne Frage muss die Stadt Zürich den aktuellen und kommenden Bedürfnissen und Anforderungen angepasst werden. Dies trifft auch für den Raum um den Hauptbahnhof zu, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Schweiz. Insofern ist es löblich, dass sich der Stadtrat Gedanken macht, wie man das Gebiet zukunftsträchtig gestalten kann – auch im Hinblick auf die durch das Stimmvolk legitimierte 2000-Watt-Gesellschaft. Doch das hierfür als Basis dienende Weissbuch «Aufbruch in den Stadtraum Hauptbahnhof 2050» (siehe Seite 6) weist viele fehlende Seiten hinsichtlich praktikabler Lösungen auf. Angefangen bei der Verlagerung des motorisierten Transitverkehrs. Selbst mit dem projektierten Ausbau des Nordrings wird sich dort die Situation kaum so weit verbessern, dass sie den Zusatzverkehr aus der «HB-Abkürzung» auffangen kann. Mehr Ausweichverkehr innerhalb der Stadt dürfte die Folge sein. Die Aufhebung der Haltestelle Löwenstrasse dürfte dortigen Gewerbetreibenden Kopfzerbrechen bereiten, deren (vollbeladene) Kundschaft dann weiter zur nächsten Haltestelle laufen muss. Vor allem aber stellt sich die Frage, ob das Bedürfnis der Fussgänger nach mehr (Aufenthalts-)Raum wirklich so gross ist. Denn wer verbringt im Gewusel rund um den HB mehr Zeit, als er unbedingt muss?
Sacha Beuth, Redaktor