Sacha Beuth
Wie der «Blick» und andere Medien letzte Woche vermeldeten, stampft nach der Migros mit M-Budget nun auch Coop seine Linie Qualité & Prix ein. Offenbar hat man damit sogar schon 2024 begonnen. Die Marketing-Gründe hüben wie drüben: Man will die eigene Marke stärker herausheben und – so liess man zumindest teilweise durchblicken – weg vom negativen Image, das einer vermeintlichen «Billiglinie» (Qualité & Prix galt eher als mittelpreisig) anhaftet. Doch ist das wirklich so? Sie haben vermutlich bemerkt, dass ich das Wort «Billiglinie» in Anführungszeichen setze. Bekommen hat man nämlich bei beiden Anbietern nicht billige Ware, sondern Qualität zum Budget-Preis. Mehr noch: Zumindest die M-Budget-Linie hat sich bei vielen zum Kult entwickelt, was die zahlreichen Meinungsäusserungen in den Medien beweisen, die das Ende der Reihe bedauern.
Es erscheint mir äusserst unwahrscheinlich, dass es Leute gab, die sich geschämt haben, wenn sie M-Budget- oder Qualité-&-Prix-Artikel in den Einkaufswagen legten oder zu Hause aufstellten. Mokiert darüber haben sich allenfalls ein paar Snobs. Ohne triftigen Grund laufen beide Grossverteiler nun in Gefahr, wegen einer Marketingstrategie Kunden zu vergraulen. Schade.
Sacha Beuth, Redaktor