Sacha Beuth
Fussball, die angeblich schönste Nebensache der Welt, sorgte bei mir bis vor Kurzem für – mehrheitlich – viele freudige Momente. An der WM drang die Schweiz in die KO-Phase vor (Spiel gegen Kolumbien nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe). Bayern-Profi Harry Kane überdeckt mit seinen Toren die Scham über das peinliche Aus der DFB-Elf. Und GC hat seit dem 29.6. mit der Bridge Football Group Switzerland einen neuen Besitzer, der hoffentlich den Stadtzürcher Klub wieder an die Spitze bringt. Doch dann erfolgte über das Wochenende eine Meldung, die mir (zumindest bis jetzt) die ganze Freude an diesem wunderbaren Sport nahm: Auf Drängen von US-Präsident Trump wandelte die Fifa die Rote Karte – und damit die Spielsperre gegen
Belgien im Viertelfinale – des US-Stürmers Folarin Balogun in eine Strafe
auf Bewährung um. Dafür zauberte der Weltfussballverband beziehungsweise Trumps Spezi Gianni Infantino den Artikel 27 seiner Disziplinarordnung hervor, der eine Tatsachenentscheidung wie eine Rote Karte aufheben kann.
Damit wird der Fussball sprichwörtlich mit Füssen getreten und ein Präzedenzfall geschaffen, der Ungleichbehandlungen Tür und Tor geöffnet. Vielen Dank, Fifa!
Sacha Beuth, Redaktor