Sacha Beuth
Sie haben es vielleicht mitbekommen: Kürzlich sorgte eine Ringelnatter, die beim Shopping- und Erlebniscenter Sihlcity gesichtet wurde, für Aufregung. Unter lautem Gekreisch der umstehenden Passanten soll das Reptil nicht nur im nahen Fluss geschwommen, sondern unbestätigten Gerüchten zufolge sogar bis in den Bereich der Läden und Gastrobetriebe vorgedrungen sein.
Für mich eine äusserst erfreuliche Meldung, zeigt sie doch, dass es auch in urbanen Gebieten für Wildtiere Platz hat, zumindest wenn man ihnen ein paar ökologische Nischen erhält beziehungsweise schafft (siehe auch Interview Seiten 16 und 17). Erfreulich auch, dass die Reaktionen auf die Sichtung im Netz – etwa auf «20min.ch» – fast ausschliesslich positiv waren. Der Ausruf «Eine Schlange!» löst offenbar nicht mehr automatisch Angst und Schrecken aus. Nein, vielmehr schätzt man sich glücklich, einmal einem Tier begegnet zu sein, dass viele Städter selten oder nie zu Gesicht bekommen. Und das nebenbei ungiftig und für Menschen völlig harmlos ist. Das macht Hoffnung, dass auch den giftigen Verwandten wie Kreuzotter oder Aspisviper, die ebenso wichtig für ein Ökosystem sind, aber einen noch schlechteren Ruf geniessen, eines Tages die gleiche Wertschätzung widerfährt.
Sacha Beuth, Redaktor