Markus Knauss
«Es hatte im Werden, im Planen dieser Stadt niemand vorausgesehen, dass der Heimplatz, nach dem Haus, in sich das Theater befand, auch kurzweg Pfauen genannt, zum Platz der Jugend werden sollte. Ein Flirren und Flimmern erfüllte den Platz. Im gleichen Gefällwinkel fiel von der Hochschule, dem Gymnasium, den Kantonschulen die Rämistrasse in den Heimplatz ein, wie von der Gegenseite, von der Hohen Promenade herab, wo die Höhere Töchterschule stand, der Weg, der zu ihrem Portal führte.» – Diese Beschreibung des Heimplatzes aus den 20er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verdanken wir Kurt Guggenheim, der uns in seinem grandiosen Zürich-Roman «Alles in Allem» die Geschichte der Stadt Zürich so nahegebracht hat.
Irgendwann wurde der Heimplatz dann zu dieser unsäglichen Verkehrsmaschine, wie wir sie heute kennen – trotz Theater, Kunsthaus und Kunsthausneubau auf den drei Seiten. Nichts mehr von Flirren und Flimmern und wenn, dann nur, weil die Hitze auf dem Platz unerträglich ist. Ein Platz nur noch zum Davonlaufen.
Vor über zehn Jahren wollte die Stadt die ganze Fläche mit Marmor überziehen. Keine Bäume. Keine Grünflächen. Aus der Zeit gefallen.
Das gefiel auch dem Gemeinderat nicht, der eine Motion von mir für eine verkehrsplanerische und gestalterische Aufwertung überwies und seither daran festgehalten hat.
Nun liegt ein Projekt vor, dass diesem Platz der Künste mit internationaler Ausstrahlung, diesem Platz der Jugend, ein wenig von seinem Charme zurückgeben will. Nicht revolutionär, weil das in Zürich verkehrsplanerisch nie geht, aber immerhin gut gestaltet, mit entsiegelten Flächen, 48 neuen Bäumen und Velowegen auf allen Seiten.
Natürlich, die Federn der freisinnigen Bauanwälte sind schon gespitzt, Verzögerung ist programmiert. Aber hey, auch das überstehen wir noch. Und vielleicht kommt dann in einigen Jahren das Flirren und Flimmern und wieder zurück auf den Heimplatz.
Markus Knauss,
Gemeinderat Grüne