Katrin Künzle ist lizenzierte Knigge-Trainerin und Berufsbildnerin.
In unseren verschiedenen Knigge-Kursen erleben wir immer wieder köstliche Fragen und einfallsreiche Gedankengänge. Einige davon sind so herrlich ehrlich und charmant, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick nicht vorenthalten möchte. Starten wir mit den Jüngsten:
«Im Knigge-Kurs kommt man geknickt rein und mit guten Manieren raus», erklärt der 8-jährige Nino überzeugt. «Warum ist Grüssen wichtig?» «Damit man beim Metzger ein Fleischrugeli bekommt», weiss Sarah. Auch kulinarisch sind die Meinungen klar: Spaghetti schneidet man klein oder schlürft sie rein. Die wollen nicht aufgerollt werden. «Und für was sind Ellenbogen gut, wenn man während dem Essen nicht darauf abstützen kann?» Leos Enttäuschung ist gross: «Wieso jonglieren wir nicht? Das ist doch ein Kurs vom Zirkus Knie»...Knie und Knigge tönen eben fast gleich.
Der 15-jährige Martin weiss bereits genau, was er später werden will: «CEO». «In welcher Branche?» «Egal. Ich habe einfach gemerkt, dass ich gerne Chef wäre.» Im Bewerbungstraining wird’s ehrlich: «Warum bewerben Sie sich bei uns?» «Mein Onkel hat bei Ihnen gearbeitet, aber ihm hat es nicht besonders gefallen.» «Warum möchten Sie dann zu uns?» «Mami sagt, ich hätte einen kurzen Arbeitsweg und 6 Wochen Ferien.»
«Warum möchten Sie Ihre Tischmanieren auffrischen?» «Meine Frau hat mich geschickt.» Beim Thema «Heikle Gesprächsthemen vermeiden» meint ein Teilnehmer trocken: «Jetzt weiss ich, warum Elke nach unserem Gespräch so hässig war.» Und natürlich der Klassiker: Das Brötchen wird gebrochen und nicht geschnitten. «Zu spät», sagt ein Teilnehmer lachend, sein Brot geschnitten und gebuttert. Rollenspiel beim Vorstellen: «Roland, darf ich dir Katrin, meine Chefin, vorstellen? Du weisst schon, die, von der ich dir immer erzähle.»
Herrlich menschlich. Bewahren wir uns diesen Humor und starten wir 2026 mit viel Wohlvollen gegenüber unseren Mitmenschen.
Katrin Künzle, lizenzierte Knigge-Trainerin
und Berufsbildnerin