David Garcia Nuñez, AL-Gemeinderat
Die letzten Klänge unserer guten Vorsätze hallten noch in den Ohren nach, als das Neue Jahr uns schmerzlich daran erinnerte, dass ein simplerDatumswechsel die Welt nicht besser macht. Unser Drang nach Veränderung mag – gerade zu Silvester – gross sein. Doch Crans-Montana führt uns vor Augen: Das Leben und vor allem der Tod sind grösser und unbarmherziger. Auf den Jahreswechsel ist also kein Verlass. Probleme lösen sich nicht in Champagnergläsern auf, sondern tauchen im Alltag weiterhin in Form von Geldsorgen auf: Sorgen um die Miete, die Krankenkassenprämien, den immer teureren Warenkorb.
Gleichzeitig ist aber in einer Welt, wo Zeit Geld ist, Geld auch Zeit. Sprich: Unser Geldmangel liesse sich mit Zeitüberschüssen stopfen. Mehr Zeit für uns, heisst weniger Konsum vonWaren und Dienstleistungen. Wenn wir mehr Zeit für unsere Care-Arbeit haben, müssen wir sie weniger – für teures Geld – wegdelegieren.
Während wir Geld in Banken lagern, speichern wir unsere Zeit in unserem Arbeitsplatz. Und da liegt der springende Punkt: Unabhängig von unseren stetigen Produktivitätssteigerungen hält sich die 42-Stundenwoche seit Jahrzehnten unverändert. Als wäre sie ein Naturgesetz, dem die zusätzliche Arbeitseffizienz nichts anhaben kann.
Wobei das nicht für alle stimmt. Wer oben steht, verfügt über den Luxus, einen Teil seines Lohngelds in Zeitgewinne (aka Teilzeitarbeit) umzuwandeln. Angehörige der Unterschicht wagen hingegen kaum, von einer Arbeitszeitreduktion – beziehungsweise von einem Geldgewinn – zu träumen. Das sei wirtschaftlich nicht tragbar, sagt man ihnen. Das ist falsch. Die 35-Stundenwoche funktioniert sowohl theoretisch als auch praktisch. Leider blockiert der Stadtrat bisher entsprechende Pilotversuche für die städtischen Schichtbetriebe.
Allerdings könnte 2026 tatsächlich anders werden. Wenn wir uns vornehmen, jene, die radikal für eine neue (Arbeits-)Zeit im neuen Jahr einstehen, zu wählen.
David Garcia Nuñez, AL-Gemeinderat
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Manfred Mannhart am 14.01.2026 17:20:27 Beitrag melden
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Also der linkspopulistische teilzeitarbeitende Dr. Garcia-Nuñez gehört zu den "oben stehenden"? "Mehr Zeit heisst weniger Konsum". Hübsche Theorie, die mit der Realität nichts zu tun hat. Nach den Fixkosten geben die Leute nach BfS für Freizeit & Genuss am meisten Geld aus. Wahrscheinlich hat er auch nichts davon mitbekommen, dass etwa 70% keine 42-Stundenwoche mehr haben.
Manfred Mannhart antworten