Min Li Marti, Verlegerin und SP-Nationalrätin.
Soziale Medien gibt es seit rund zwanzig Jahren. Wir können daher mittlerweile gut abschätzen, welche positiven und negativen Folgen sie haben. Vor kurzem wurden Meta(Instagram, Facebook) und Google (Youtube) von einem amerikanischen Gericht dafür verurteilt, dass ihreInhalte gezielt süchtig machen und damit Jugendlichen psychischen Schaden zufügen können.
Grok, die künstliche Intelligenz von X, vormals Twitter, machte unter anderem Schlagzeilen damit, dass man mit Grok sexualisierte Bilder vonbeliebigen Frauen erstellen kann, selbst bei Minderjährigen war dies möglich. Vor kurzem ist im«Tages-Anzeiger» eine Geschichte erschienen, wonach eine Gruppe junger Männer mit Hilfe verschiedenerProgramme pornographische Bilder von Influencerinnen geschaffen haben.
Das sind nur zwei von vielen Beispielen, wie soziale Medien konkreten Schaden anrichten können.Das Problem: Die Plattform betreiben übernehmen keinerlei Verantwortung für Inhalte, die sie vertreiben.Mittlerweile haben viele von ihnen auch bei der Moderation zurückbuchstabiert. Damit steigt nicht nur die Verbreitung von Fake News undDesinformation, sondern auch von sexualisierter Gewalt und anderen kriminelle Inhalte. Die künstlicheIntelligenz wird diese Probleme noch akzentuieren.
Eine breite überparteiliche Allianz will mit der Internet-Initiative genau da ansetzen: Bei der fehlenden Verantwortung. Sie will die Betreiber dazu verpflichten, Grundrechte zu schützen, die Verbreitung von Inhalten verhindern, die sexualisierte Gewalt enthalten, zu Gewalt anstiften oder Gewalt verherrlichen, die Desinformation oder andere demokratische Risiken begrenzen und Cyber-kriminalität zu bekämpfen. Nach über zwanzig Jahren ist es Zeit, die Bevölkerung im digitalen Raum zu schützen. In zwanzig Jahren werden wir uns fragen, warum wir das nicht schon früher taten.
Min Li Marti,
Verlegerin und SP-Nationalrätin