Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal so Herzklopfen hatte wie vergangenen Mittwoch. Der Grund: Ich war Prinz William enorm nah. Der 43-Jährige sass in einem schwarzen Auto, das an mir vorbei fuhr. Ich weiss das so genau, weil es sich um einen riesigen Konvoi handelte, der von Polizeiautos begleitet wurde. Dass ich so nah dran war, war mehr Zufall – oder Schicksal – statt Kalkül. Ich war mit meinem Sohn unterwegs. Unser Weg führte am Letzigrund-Stadion vorbei, wo um 18 Uhr England gegen Holland spielte. Ich gebe zu: Bis zu diesem Zeitpunkt hat mich die Fussball-Europameisterschaft der Frauen kaum interessiert. Wenn aber Prinz William quasi vor meiner Haustüre mitfant, dann werde auch ich zum Fan. Ich hatte ja gehofft, dass der Royal nach dem Match, den England notabene 4:0 gewann, eine Weile in Zürich bleibt. Wie cool wäre es gewesen, hätte er zum Beispiel in der Olé-Olé-Bar Bier auf den Sieg getrunken, bevor er im Club Gonzo gegenüber das Tanzbein geschwungen oder im Old Gregory Pub Karaoke gesungen hätte, bevor er dann in der Suite des Hotel Mandarin Oriental Savoy am Paradeplatz genächtigt hätte.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Die Realität sieht anders aus. Kurz nach Abpfiff war William weg. Sein Privatjet verliess Zürich schneller als man dem Prinzen hätte den Roten Teppich ausrollen können. Was bleibt ist mein Neid auf Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, die nicht nur Williams Hand schütteln, sondern auf der Tribüne neben ihm sitzen durfte. Für einen nächsten Royalen Besuch in unserer Stadt wünsche ich mir Harry. Dem abtrünnigen Ex-Party-Prinzen und Bruder von William traue ich eine wilde Party-Nacht an der Langstrasse absolut zu. Als Ex-Reiseleiterin mache ich Harry übrigens auch gerne den Guide. Können Sie ihm das bitte ausrichten, liebe Frau Baume-Schneider?
Text: Maja Zivadinovic
Bilder: MZ/Instagram