Andreas Hauri
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist mit dem eigenen Leben zufrieden. Das zeigen Umfragen. Auffällig dabei: Je älter, desto zufriedener. Junge Menschen hingegen blicken oft mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Sie sorgen sich um ihre psychische Gesundheit, ums Klima und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ich kann diese Sorgen gut nachvollziehen – gerade angesichts der aktuellen Weltlage. Gefühle von Ohnmacht und Zweifel, ob man als Einzelne*r überhaupt etwas bewirken kann, sind verständlich. In jungen Jahren, wenn man seine Rolle in der Welt sucht, können Zweifel an den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten schwer wiegen.
Was kann die Politik dem entgegensetzen? Perfekte Antworten hat sie nicht. Muss sie auch nicht. Aber sie muss zuhören, junge Perspektiven ernst nehmen – und Räume schaffen, in denen Fragen gestellt, Ideen entwickelt und Veränderungen angestossen werden können. In unserer Stadt gibt es solche Räume zum Glück, und sie werden genutzt. An der Jugendkonferenz etwa, wo 12- bis 18-Jährige eigene politische Vorstösse ausarbeiten und direkt in die Stadtpolitik einbringen können. In Quartieren entstehen gemeinsame Projekte für und mit Jugendlichen. In Projektwettbewerben entwickeln Lernende Klimaprojekte, Schüler*innen organisieren Umweltfestivals.
Grosse Lust auf konkretes Engagement erlebe ich in meinen persönlichen Begegnungen mit jungen Menschen: am Zukunftstag, in Interviews mit jugendlichen Medienschaffenden, in Schulklassen. Da ist Neugier. Da ist Tatendrang. Genau das braucht es, erst recht in herausfordernden Zeiten. Wir alle – und die Politik im Besonderen – sind gefragt, diesen Einsatz zu unterstützen. Mut zu machen und zu zeigen: Veränderung ist möglich. Zukunft entsteht dort, wo junge Menschen mitgestalten.
Apropos: Ich finde die Familienzeit-Initiative einen überfälligen Schritt für eine moderne Schweiz.
Stadtrat, Andreas Hauri, Gesundheits- und Umweltdepartement