Andreas Hauri
Oft werde ich gefragt: «Netto null bis 2040 – ist das nicht ambitioniert?» Ja, das ist es. Aber genau so kommen wir vorwärts. Die Stadtzürcher* innen haben mehrfach Ja gesagt zu Klimaschutz und erneuerbarer Energie. Das ist ein Auftrag und ein Zeichen von Weitsicht.
Wir machen Fortschritte: Mit neuen Heizungen, mehr Fernwärme, Solaranlagen und Kreislaufwirtschaft. Seit 2023 wurden in der Stadt rund 2000 fossile Heizungen durch klimafreundliche Lösungen ersetzt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber klar ist, dass es noch mehr Tempo braucht. Deshalb unterstützen wir Eigen-tümer*innen gezielt beim Ersatz und treiben gleichzeitig den Ausbau der Fernwärme und der Solaranlagen voran. Auch beim Bauen setzen wir auf Kreislaufwirtschaft: Bestehendes wird erhalten, Materialien wiederverwendet.
In meinem Departement geht es voran. Im Stadtspital Zürich läuft beispielsweise das Projekt «Restlos Geniessen». In einer ersten Testphase wurden übriggebliebene Speisen am Buffet für fünf Franken angeboten, statt sie wegzuwerfen. So konnten in zwei Monaten 2700 Kilo Food Waste vermieden werden. Ein Gewinn für Umwelt und Finanzen. Das zeigt: Klimaschutz bedeutet nicht Verzicht, sondern Lösungen, die allen etwas bringen.
Und was passiert auf nationaler und kantonaler Ebene in Sachen Klimaschutz? In Bern wird oft gezögert, wo mutige Schritte gefragt wären. Gerade in einer Zeit, in der die internationale Klimapolitik stockt, wäre Führung gefordert. Besonders irritierend ist die Lage im Kanton Zürich. Noch im Januar unterstützte der Regierungsrat das Klimaziel 2040. Heute lehnt er es ab. Am 28. September entscheidet das Stimmvolk.
Darum sage ich klar: Die Stadt Zürich bleibt dran. Wir handeln, um unser Ziel Netto-Null bis 2040 zu erreichen. Das ist gesünder, wirtschaftlich sinnvoll und am Ende günstiger. Wer jetzt bremst, verspielt Zeit und Chancen – und überlässt den Jungen die Rechnung.
Apropos: Die kantonale Mobilitätsinitiative blockiert Tempo 30 und damit Ruhe, Sicherheit und klimafreundliche Mobilität.
Stadtrat Andreas Hauri, Gesundheits- und Umweltdepartement