André Odermatt
Haben Sie sich schon mal gefragt, was die dunkelblauen Tafeln an einigen Gebäuden in unserer Stadt genau sind? Was auf den ersten Blick wie eine kleine Infotafel aussieht, ist in Wirklichkeit etwas viel Grösseres – ein Blick in eine spannende Geschichte. Eine Geschichte über das Gebäude, die Fassaden, die Architektur. Aber vor allem über das, was es im Laufe der Zeit alles erlebt hat. Jedes Gebäude in Zürich mit einer dunkelblauen Tafel steht unter Denkmalschutz. Das bedeutet, dass das Gebäude geschützt ist und man es nicht einfach abbrechen oder willkürlich verändern kann. Aber warum? Das Ziel des Denkmalschutzes ist, dass der historische, architektonische oder baukulturelle Wert der Gebäude für die Öffentlichkeit erhalten bleibt. Denn diese Orte erzählen Geschichten aus dem alten Zürich. Wie zum Beispiel das Haus zum Schwert am Weinplatz, das mit seinen unterschiedlichen Nutzungen eine interessante Geschichte erzählt. Und wussten Sie, dass dort im Jahr 1766 sogar der junge Mozart mit seiner Familie übernachtet hat? Das Haus zum Schwert ist aber nur eines von vielen denkmalgeschützten Gebäuden in unserer Stadt. Was denken Sie, wie viele sind es? Die städtische Denkmalpflege stellt sicher, dass diese wertvollen Gebäude auch für die kommenden Generationen erhalten bleiben. Sie prüft sorgfältig, ob ein Gebäude geschützt werden muss und berät Bauwillige bei ihren Bauvorhaben. Dabei geht es oft darum, ein Gebäude neue Geschichten erzählen zu lassen, ohne dabei die erzählten zu vergessen. Die diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals widmeten sich genau diesem Thema: Architekturgeschichten. Und passender könnte es nicht sein. Denn jedes Gebäude hat eine Geschichte zu erzählen. Manche sind lang, andere kürzer – aber alle sind es wert, gehört zu werden. Wenn Ihnen also das nächste Mal beim Spazieren durch unsere Stadt eine der über 700 dunkelblauen Tafeln ins Auge springt, nehmen Sie sich Zeit und tauchen Sie ein paar Sekunden in die Geschichte dieses Ortes ein. Eine Geschichte, die es sich lohnt, weiterzuerzählen.
Stadtrat André Odermatt, Hochbaudepartement