André Odermatt
Der Jahreswechsel war eisig. Viele drehten die Heizung auf. Aber haben Sie sich je gefragt, woher die wohlige Wärme kommt und was sie für das Klima bedeutet? Der Griff zum Thermostat hängt in Zürich eng mit der Erreichung unserer Klimaschutzziele zusammen.
Die Stadt Zürich hat ein klares Ziel: Bis 2040 will sie klimaneutral sein bei den direkten Emissionen. Ein Kraftakt, der im Heizungskeller beginnt. Denn rund die Hälfte dieser Emissionen stammt aus Öl- und Gasheizungen. Die Stadtverwaltung hat sich dieses Ziel sogar schon bis 2035 gesetzt und geht als Vorreiterin voran. Die Immobilienverwaltung und die Liegenschaftenverwaltung stellen die 1080 Heizungen ihrer Liegenschaften konsequent auf fossilfreie Wärme um.
Doch die eigentliche Wende muss von uns allen getragen werden – erfreulicherweise hat sie bereits begonnen. In Zürichs Heizungskellern findet ein tiefgreifender Wandel statt. Der entscheidende Anstoss dazu kam vom revidierten kantonalen Energiegesetz 2022. Die Wirkung lässt sich bereits ablesen: Von den bis Ende 2024 erteilten Baubewilligungen für Heizungen waren praktisch alle fossilfrei. Rund 73 Prozent entfielen auf Wärmepumpen, 18 Prozent auf Fernwärmeanschlüsse. Ein klares Signal, das Wirkung zeigt: Allein 2023 sanken die direkten Emissionen im Gebäudebereich um 8 Prozent. Doch die grösste Aufgabe liegt noch vor uns. Rund 19 800 Öl- und Gasheizungen waren 2022 noch in Betrieb. Sie zu ersetzen ist das Ziel dieser Erfolgsgeschichte. Wer wechselt, fällt eine kluge Entscheidung: es schont das Klima und macht unabhängig von unbe-rechenbaren Öl- und Gaspreisen. Diesen Schritt muss niemand allein gehen. Stadt und Kanton unterstützen den Umstieg mit Beratung und Förderprogrammen. So wird die private, wohlige Wärme zum Baustein unserer gemeinsamen Vision: einer sauberen Energiezukunft, in der wir nicht nur unsere Wohnungen heizen, sondern auch die Klimazukunft unserer Stadt sichern.
Stadtrat André Odermatt, Hochbaudepartement