Karin Rykart
Gesamterneuerungswahlen sind für eine Stadt etwas ganz Besonderes: Für die Stimmbevölkerung, die mit ihrem Wahlcouvert einen Haufen Wünsche und Erwartungen an künftige Amtsträger*innen in die Urne wirft. Aber natürlich auch für alle, die sich für ein Amt zur Verfügung stellen. Auch diese Wahlen werden mir immer in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel der Wahltag selbst. Das grosse Warten, die wachsende Spannung, bis die ersten Resultate aus den Stadtkreisen eintreffen. Und dann der Moment, wenn die eigene Wiederwahl sicher ist, die grosse Freude und Befriedigung.
Aber auch die Wochen vor dem Wahltag sind intensiv. Podiumsdiskussionen, Interviews und Fototermine stehen auf dem Programm – neben dem normalen Tagesgeschäft. Ein sehr schöner Teil des Wahlkampfs ist für mich das Flyer Verteilen. Samstag für Samstag und auch frühmorgens unter der Woche waren wir unterwegs. Für ein paar Stunden tauchten wir ein in ein Quartier, nahmen uns Zeit für die Menschen – auch an Orten, wo ich sonst nicht täglich vorbeikomme. Ob vor der Migros in Affoltern, auf dem Marktplatz in Oerlikon oder am Kreuzplatz: Jedes Quartier hat seinen eigenen Takt, seine eigene Atmosphäre und seine eigenen Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen.
Auf der Strasse bekam ich direktes, ehrliches Feedback zu meiner Arbeit: Spontanes Lob, viele Anregungen zu ganz konkreten Problemen im Quartier, aber natürlich auch kritische Fragen. Auch ein im Vorbeigehen hingeworfenes «Sie würd’ ich nie wählen!» gehört dazu. Genau dieser direkte, ungefilterte Austausch ist es, was für mich die Lokalpolitik ausmacht.
Nun sind die Wahlen vorbei. Ich freue mich sehr auf vier weitere Jahre als Stadträtin. Flyer gibt es jetzt keine mehr zu verteilen. Aber der direkte Kontakt mit den Menschen, sei es an Informationsveranstaltungen oder auf der Strasse, der bleibt für mich der Motor meiner Arbeit – die schönste Seite der Lokalpolitik.
Stadträtin Karin Rykart, Sicherheitsdepartement