Andreas Hauri
Wissen Sie noch, was Sie als Kind werden wollten? Ich wollte als Junge Hoteldirektor werden. Als Kinder träumen wir gross. Wir orientieren uns an den Sternen und lassen uns noch nicht von «Das geht nicht» oder «Das kannst du nicht» bremsen. Ich bin im Leben oft einfach dem gefolgt, wofür ich mich begeistern konnte. Ich bin drangeblieben. Dabei hatte ich das Glück, mit Menschen zusammenzuarbeiten, auf die ich bauen konnte und die mir immer wieder Verantwortung übertragen haben.
Hoteldirektor bin ich nicht geworden. Heute darf ich im Stadtrat der Stadt Zürich arbeiten. Dieser Job wird alle vier Jahre einer besonderen Prüfung unterzogen. Anders als in der Schule verteilt hier keine Lehrperson Noten. Die Zürcher*innen entscheiden.
Dieses Jahr standen 25 Kandidierende für neun Sitze im Stadtrat zur Wahl. Den Wahlsonntag verbringe ich mit meinen Liebsten und später mit der Partei. Die Spannung steigt im Laufe des Tages. Diesmal war sie besonders spürbar. Zahlreiche Vorlagen haben viele Menschen an die Urnen gebracht. Ein starkes Zeichen für unsere Demokratie. Das bedeutete viel Arbeit für die Wahlbüros in den Quartieren. Sie leisten Beeindruckendes. Die vielen Vorlagen führten dazu, dass die Resultate länger auf sich warten liessen.
Kurz nach 20 Uhr im Stadthaus trafen die Resultate aus den letzten Wahlkreisen ein. Die letzten Zahlen erschienen auf den Bildschirmen. Alle blickten auf die Anzeigen. Für einen Moment wurde es still. 51 187 Stimmen. Ich bin dankbar für jede einzelne.
Vielleicht hat Politik etwas mit dem Beruf des Hoteldirektors gemeinsam: Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenzubringen. Und ich bin überzeugt, dass gute Politik nicht für die Menschen gemacht wird, sondern mit ihnen. Genau so arbeiten wir bei der Altersstrategie gemeinsam mit Senior*innen sowie mit vielen städtischen und externen Partnern. Und genau deshalb ist Stadtrat für mich der schönste Job der Schweiz.
Stadtrat Andreas Hauri, Gesundheits- und Umweltdepartement