Raphael Golta, Stadtpräsident Zürich.
Fussballer*in? Tierärzt*in? Busfahrer*in? Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind? Ich erinnere mich gut daran, dass ich mal Bobfahrer werden wollte. Vermutlich wurde ich damals von einem erfolgreichen Schweizer Bob-Team angesteckt. Wäre ich ein guter Bobfahrer geworden? Ich weiss es nicht, irgendwann hat sich der Traum verflüchtigt.
Und heute? Ich bin mit Leidenschaft ins Amt als Stadtpräsident gestartet und tue alles dafür, ein Stadtpräsident für alle zu sein. Auch für Menschen mit kleinerem Portemonnaie, auch für Menschen mit weniger Privilegien. Oder auch für diejenigen, die mit Nachnamen nicht Meier oder Müller heissen. In der Stadt Zürich leben Menschen aus über 170 verschiedenen Nationen. Das ist grossartig. Ich bin überzeugt, dass nur ein buntes und vielfältiges Zürich ein lebenswertes Zürich ist.
Entsprechend gross ist auch meine Erleichterung über das Nein zur 10-Millionen-Schweiz am 14. Juni.
Die Initiative hat mich die letzten Wochen begleitet – wie eine dunkle Wolke, die sich nun endlich verzogen hat. Die Initiative widersprach allem, wofür die Stadt Zürich steht. Wir waren immer eine offene Stadt und haben wirtschaftlich und gesellschaftlich von dieser Offenheit profitiert. Es gibt kaum eine Strasse in Zürich ohne Migrationsgeschichte – von der Gastronomie über Unternehmen oder kulturelle Werke bis zu den Menschen.
In der Stadt Zürich haben 76 Prozent der Stimmenden ein Nein in die Urne gelegt. Das sind mehr als drei Viertel. Die Zürcher*innen haben damit gezeigt, dass sie für Offenheit, Zukunftsorientierung und Solidarität einstehen und dass sie sich nicht so leicht aus der (Bob-) Bahn werfen lassen. Die Herausforderungen, die mit dem wirtschaftlichen Erfolg verbunden sind, wollen wir weiterhin mit echten Lösungen anpacken. Zum Beispiel mit einer noch wirkungsvolleren Wohnpolitik. Alle Zürcher*innen sollen teilhaben am Erfolg unserer Stadt.
Stadtpräsident Raphael Golta, Präsidialdepartement