Stadt plant Zukunft des Locherguts
Das Lochergut steht vor einer neuen Ära: Die Wohnsiedlung im Kreis 4 soll modernisiert werden. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie. - Von Jan Strobel
Die städtische Wohnsiedlung Lochergut wurde 1966 fertiggestellt. Heute leben in der Siedlung rund 600 Menschen. Bild: BAZ/Maurice K. Grünig
Das Lochergut steht vor einer neuen Ära: Die Wohnsiedlung im Kreis 4 soll modernisiert werden. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie. - Von Jan Strobel
Das Lochergut im Kreis 4 ist natürlich viel mehr als eine städtische Wohnsiedlung; das Ensemble ist eine regelrechte Ikone, die Stadt setzte mit dem Bau in den 1960er-Jahren ein markantes und urbanes Zeichen. Als es 1966 fertiggestellt war, überkam manche Zürcherinnen und Zürcher eine Grossstadt-Euphorie. Das Lochergut war das «Aussersihl-Manhattan» – das Nonplusultra an Modernität.
Heute leben rund 600 Menschen in der Wohnsiedlung, die mittlerweile in Zeiten des verdichteten Hochhausbaus, der Ersatzneubauten und energetischen Gebäudesanierungen fast schon historisch wirkt. Tatsächlich soll das Lochergut in naher Zukunft wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Derzeit erarbeitet das Amt für Hochbauten zusammen mit Fachplanern aus der Bauphysik, Statik oder der Gebäudetechnik eine Machbarkeitsstudie, die voraussichtlich Ende 2026 vorliegen soll. Wie ein konkretes Bauprojekt aussehen könnte – ob es zum Beispiel zu einer Aufstockung des Locherguts kommt oder ein zusätzlicher Neubau das bestehende Ensemble ergänzt – scheint derzeit noch reine Spekulation zu sein. «Gegenstand der Untersuchung ist grundsätzlich die Machbarkeit einer umfassenden Instandsetzung der gesamten Überbauung», so Liegenschaften Stadt Zürich. «Darüber hinaus wird geprüft, ob weitergehende Massnahmen sinnvoll sind. Konkrete Entscheidungen liegen derzeit noch nicht vor.» Die Mieterschaft sei bereits brieflich über die laufende Machbarkeitsstudie informiert worden. «Für sie ergibt sich aktuell keine Änderungen», betont Liegenschaften Stadt Zürich. «Freiwerdende Wohnungen werden befristet vermietet, um in der Bauphase flexibel auf Wohnraumbedarf reagieren zu können.»
Am Lochergut kam es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Sanierungseingriffen. 1987 wurde die Fassade erneuert, nachdem gravierende Schäden an den Fassadenplatten festgestellt worden waren. Die Isolationsschicht war komplett durchnässt, die Fenster durch Schimmel befallen und durch Fäulnis beschädigt. 2003 wurden die Garagen und Lifte saniert, 2004 folgte die Erneuerung der Ladenpassage, bei welcher auch Schadstoffe wie Asbest entdeckt wurden.
Bei einem weiteren Wahrzeichen des städtischen Wohnungsbaus – der Wohnsiedlung Hardau II (1978) – begann die Fassadensanierung im Juni 2023. Sie gestaltet sich allerdings aufwendiger als geplant. Besonders der Zustand des Parkhauses erwies sich als schlechter als angenommen. In die Decken ist Wasser eingedrungen und hat den Beton und die Eisenarmierung angegriffen. Die Bauarbeiten für die Fassadensanierung dauern voraussichtlich bis Dezember 2026. Bis dahin soll auch die Instandsetzung der Parkgaragendecke abgeschlossen sein.
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