Feuerwehr im Dauereinsatz
In den letzten Tagen musste die Stadtzürcher Feuerwehr überdurchschnittlich viele Brände bekämpfen. Schutz & Rettung Zürich weiss, welche Fehler in Haushalten am häufigsten Brände auslösen. - Von Christian Saggese
In den letzten Tagen musste die Stadtzürcher Feuerwehr überdurchschnittlich viele Brände bekämpfen. Schutz & Rettung Zürich weiss, welche Fehler in Haushalten am häufigsten Brände auslösen. - Von Christian Saggese
In den Kreisen 5 und 11 geraten zwei Geschäftsliegenschaften in Brand. Auf der Europaallee geht ein Food-Stand in Flammen auf. In Affoltern bricht ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus aus – dank der schnellen Reaktion von Nachbarn können sich alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wegen eines Akkubrands muss die Kantonsschule Stadelhofen evakuiert werden. Und an einem Montagmorgen rückt die Feuerwehr von Schutz & Rettung Zürich (SRZ) gleich an fünf Einsatzorte gleichzeitig aus – unter anderem zu einem Wohnungsbrand im Kreis 7. All dies geschah in den letztenTagen. Doch bereits zuvor mehrten sich Meldungen über Brände auf Stadtgebiet. Was steckt hinter dieser auffälligen Häufung?
Laut SRZ-Sprecher Severin Lutz verzeichnete die Feuerwehr im ersten Halbjahr 2025 tatsächlich mehr Brandeinsätze als zum selben Zeitraum im Vorjahr. Doch die Zahlen dürften sich im Verlauf des Jahres erfahrungsgemäss noch einpendeln. Durchschnittlich rücke die Berufs- und Milizfeuerwehr von Schutz & Rettung Zürich rund 5000 Mal pro Jahr aus – etwa 10 bis 15 Prozent dieser Einsätze entfallen jeweils auf Brände. Der Rest betreffe ausgelöste Brandmeldeanlagen, Verkehrsunfälle, Unwetterschäden, Umweltgefahren sowie technische Hilfeleistungen und Rettungseinsätze. Konkrete Daten für 2025 werden erst Ende des Jahres vorliegen und ausgewertet.
Die Ursachen für Brände sind laut Statistiken eher selten Brandstiftung, sondern in vielen Fällen technischer Natur. SRZ-Sprecher Severin Lutz weiss: «Spitzenreiter in Wohnungen sind Elektrobrände. Hinzu kommen Kabelbrände durch defekte oder geknickte Kabel. Zu viele Stecker in einer Stromleiste können zudem zu einer Überlastung führen und ein Feuer verursachen.» Bereits durch den sachgemässen Gebrauch von Haushaltsgeräten lasse sich viel bewirken, heisst es weiter. «Zum Beispiel sollte der Fusselfilter bei einem Tumbler regelmässig gereinigt werden. Sonst kann ein Luftstau entstehen und Temperatur entwickelt sich, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann.»
Auch die Jahreszeit spielt bei den Ursachen eine Rolle. Zur Weihnachtszeit steigt die Gefahr durch offene Flammen, etwa auf Adventskränzen oder Christbäumen. «Im Sommer – wenn es die Leute nach draussen zieht – sind es hingegen beispielsweise kleine Feuer fürs Grillieren oder ein unsachgemässer Gebrauch von entsprechenden Gasflaschen, die unter Umständen einen Brand verursachen können», heisst es von SRZ. Bleibe es über längere Zeit trocken, könne zudem mangelnde Vorsicht schnell zu einem Vegetationsbrand führen. Als Beispiel nennt die Feuerwehr Reinigungsarbeiten mit offenem Feuer – etwa mit einem Bunsenbrenner – die bei trockenen Bedingungen besonders riskant seien. In solchen Fällen seien Verhaltensempfehlungen sowie allfällige Feuerverbote der Behörden dringend zu beachten. Beim Grillieren wiederum sei auf eine feuerfeste Unterlage und genügend Abstand zur Hausfassade, zu Sonnenstoren oder anderem brennbaren Material zu achten.
Eine erfreuliche Nachricht inmitten der vielen Brandeinsätze: Während bei der Polizei immer wieder von Personalmangel die Rede ist, sieht es bei der Feuerwehr deutlich besser aus. «Das Interesse ist nach wie vor gross, was uns sehr freut. Mit unseren Mitteln sind wir ausserdem so aufgestellt, dass wir jederzeit auch ein grösseres Ereignis oder mehrere Einsätze gleichzeitig bewältigen können», sagt Severin Lutz.
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