Frühstart der Hornissen
Asiatische Hornissen bauen jetzt in Zürich ihre Nester. Die Stadt bittet um Mithilfe bei Sichtungen, um Schäden und eine weitere Verbreitung zu verhindern. - Von Ginger Hebel
Asiatische Hornissen bauen jetzt in Zürich ihre Nester. Die Stadt bittet um Mithilfe bei Sichtungen, um Schäden und eine weitere Verbreitung zu verhindern. - Von Ginger Hebel
«Tagblatt»-Leser Hans Feurer traute seinen Augen kaum: Vor Kurzem wurde er Zeuge, wie eine Hornisse auf seinem Stadtbalkon ein Nest baute. «Erst hat es noch geschneit und war kalt, und jetzt fliegen Hornissen durch die Gegend», sagt Feurer verwirrt. Er beschreibt das Tier als gross und dunkel, mit feinen gelben Streifen am Hinterleib und gelben Beinen. Für ihn ist klar: Es muss eine Asiatische Hornisse gewesen sein.
Gabi Müller, Leiterin der Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich, überrascht diese Beobachtung nicht. «Ab Anfang März beginnen die Jungköniginnen mit der Suche nach einem geeigneten Standort für den Nestbau», sagt sie. Primärnester entstehen meist in Hausnähe oder in Hecken und lassen sich deutlich leichter finden und entfernen als die späteren Sekundärnester hoch oben in den Bäumen. Die Asiatische Hornisse ist kältetoleranter als einheimische Hornissen und Wespen. «Weil sie bereits so früh aktiv ist, verfüttert sie auch deutlich mehr Insekten an ihre Brut, pro Saison können das 11 Kilogramm oder mehr sein», erklärt Gabi Müller. Die Asiatische Hornisse breitet sich rasant in Europa aus – auch in der Stadt Zürich.
Viele Leute fürchten sich
Im vergangenen Jahr gingen über die nationale Meldeplattform 27 Sichtungen aus der Stadt ein. In Witikon konnte ein Primärnest in einem Rollladenkasten früh in der Saison entfernt werden. Anfang November wurde in Schwamendingen ein Sekundärnest in einem Baum am Waldrand entdeckt und beseitigt. «Es ist gut möglich, dass es in Hottingen/Witikon weitere Nester gibt», sagt Gabi Müller. «Unser Ziel ist es, möglichst alle zu finden und professionell zu entfernen. Denn je mehr Nester unentdeckt bleiben, desto mehr gibt es im nächsten Jahr.»
Die Schädlingspräventionsstelle der Stadt Zürich ist auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. «Wir bitten darum, Sichtungen mit Fotos auf der Schweizer Plattform zu melden. Auch Beobachtungen zur Flugrichtung der Tiere sind hilfreich», betont Müller. Dringend rät sie davon ab, Nester eigenhändig zu entfernen, da die Tiere ihr Nest vehement verteidigen. Ausserdem würden Fachleute erkennen, ob sich die Königin beim Entfernen im Nest befinde. «Ist das nicht der Fall, baut sie an einem anderen Ort ein neues Nest», so die Expertin.
Viele Menschen fürchten sich vor der Asiatischen Hornisse. «Im Grunde ist sie friedfertig», sagt Müller. Wenn ihr Nest jedoch erschüttert werde, reagiere sie und steche zu. Neben der Bedrohung für die Honigbienen und andere einheimische Insekten mache sie zudem Probleme in der Landwirtschaft. Die Arbeiterinnen ernähren sich von Obst und Trauben. Beim Ernten oder auch Heckenschneiden kann es zu Stichen kommen. Es sei daher wichtig, die weitere Verbreitung zu verhindern.
Auch zur Asiatischen Tigermücke ist im Mai eine Informationsveranstaltung für die Stadtzürcher Bevölkerung geplant. Die Tigermücke ist tagaktiv, ihre Stiche sind schmerzhafter als jene der einheimischen Mücken. Zudem kann sie Krankheiten übertragen. Auch hier sei die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend, um die Ausbreitung einzudämmen.
Funde melden: www.asiatischehornisse.ch
Die Asiatischen Hornissen kommen. Sie kommen in Überzahl. Also bleibt lieber in der Wohnung oder im Raum im Haus!
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