Hoppers im Zittermodus
Nach dem 0:0 im Barrage-Hinspiel in Aarau haben es die GC-Spieler am Donnerstag im Letzigrund selber in der Hand, den Ligaerhalt zu schaffen. Anhand der Vorzeichen keine leichte Aufgabe. - Von Sacha Beuth
Stehen mit dem Rücken zur Wand: Die GC-Spieler müssen am Donnerstag im Letzigrund beim Barrage-Rückspiel gegen Aarau gewinnen, um in der Super League zu verbleiben. Bild: gcz.ch
Nach dem 0:0 im Barrage-Hinspiel in Aarau haben es die GC-Spieler am Donnerstag im Letzigrund selber in der Hand, den Ligaerhalt zu schaffen. Anhand der Vorzeichen keine leichte Aufgabe. - Von Sacha Beuth
Wer im K.O.-System in einem Hinspiel auswärts ein Unentschieden erzielt, ist in der Regel leicht im Vorteil. Doch ob dies aktuell auch auf den Grasshopper Club zutrifft, scheint fraglich. Denn das an sich positive 0:0 vom Montag in der Barrage gegen den Challenge-League-Klub FC Aarau täuscht über diverse Schwächen des Teams von Coach Peter Zeidler hinweg.
Angefangen bei der Offensive. Wie fast in der gesamten Saison war sie auch gegen die Aargauer ein Schwachpunkt. Kaum zwingende Chancen und die wenigen Hochkaräter, die man hatte, wurden vergeben. Kein Wunder, liegen die Hoppers mit nur 48 Toren auch hier an zweitletzter Stelle der Tabelle. Insbesondere vom offensiven Mittelfeldspieler Lovro Zvonarek (bislang 2 Tore in der Saison 25/26), wie Jonathan Asp Jensen eine Bayern-Leihgabe, sowie dem zurückgekehrten Sturmtank Michael Frey hatte man mehr erwartet, dito von Felix Emmanuel Tsimba (je 1 Tor).
Schwächen kann man weiter in der Defensive feststellen. Erstaunlich, wie einfach sich die GC-Verteidigung auch gegen einen unterklassigen Gegner wie Aarau immer wieder aushebeln liess. Ohne die vielen Rettungstaten von Goalie Justin Hammel würde das Ergebnis von 74 Gegentoren in dieser Saison noch schlechter ausfallen. Einzig bei Absteiger Winterthur ist die Bilanz mit 44:100 Treffern noch mieser. Auffällig zudem, dass gegen Aarau insgesamt kein Klassenunterschied bemerkbar war. Und dies obwohl das GC-Kader einen rund viermal höheren Marktwert aufweist als jenes des FC Aarau.
Es gibt aber auch ein paar positive Erkenntnisse aus dem Spiel vom Montag. In der kurzen Zeit, seit Zeidler das Traineramt übernommen hat, haben sich die Spieler mental stabilisiert. Auch ist eine Entwicklung zu mehr mannschaftlicher Geschlossenheit spürbar. Passend dazu vermerkte Zeidler nach der Partie: «Fussball ist kein Individualwettbwerb, Fussball ist ein Mannschaftswettbewerb». Hätte sich dies schon früher in den Köpfen der GC-Spieler festgesetzt, stünden sie nicht mit dem Rücken zur Wand.
Stattdessen aber heisst es zittern. Nur ein Sieg (und sei es im Penaltyschiessen) entscheidet über Abstieg oder – im Fall der Aarauer – den Aufstieg. Übermorgen Donnerstag (20.15 Uhr) ist im Letzigrund folglich für beide Teams D-Day.
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