Daniel Leupi
Eine lebenserfahrene Frau betritt ein winterlich geschmücktes Quartiercafé in Zürich, bestellt eine Schale und einen Cheesecake. An einen anderen Tisch setzt sich etwas später ein junger Mann. Er zieht ein Notizheft aus der Jackentasche und beginnt zu notieren, bis er sagt: «Einen Cappuccino, bitte». An einem weiteren Tisch sitzen zwei Spätfrühstücker und kratzen Butter aus kleinen Schälchen.
Die Menschen hier kennen sich nicht. Sie lernen sich kennen mit «En Guete» oder «schmeckt der Kuchen?» und verabschieden sich, bevor sie den Stuhl an den Nachbarstisch rücken.
Die Frau knöpft ihren Mantel zu. Bevor sie aufbricht, tritt sie an den Tisch des jungen Mannes: «Was möchtest du für einen Kuchen? Ich bezahle dir ein Stück». Er blickt hoch: «Die Brownies hier sind gut». Sie nickt, geht zur Kasse und lässt einen Brownie auf ihre Rechnung tippen.
Als nur noch die Krümel auf dem Teller des jungen Mannes an das Brownie erinnern, hüpfen zwei Mädchen gefolgt von ihren Eltern ins Café. Die Mädchen tippen an der Glasvitrine mit dem Zeigefinger den Rüeblikuchen.
Die zwei haben sich auf dem Plüschsofa ausgestreckt. Als ihr Kuchen serviert wird, springen sie auf und klatschen in die Hände. Der Vater steckt eine Kerze in Form einer Sechs auf das eine Stück. Bevor der junge Mann das Café verlässt, bezahlt er das Kuchenstück des Geburtstagsmädchens.
Beschenkt werden und weiter schenken: Die schönsten Geschenke finden sich nicht unbedingt unter dem Tannenbaum!
Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und alles Gute für das neue Jahr.
PS. Im übrigen bin ich der Meinung, dass Bundesrat und Regierungsrat Sans-Papiers regularisieren sollten.
Stadtrat
Daniel Leupi
Finanzdepartement